Kompetenz oder Illusion?

Kompetenz oder Illusion?

Wie der provokante Beitragstitel schon andeutet, geht es in diesem Artikel meiner Serie „Finanzen verstehen, richtig entscheiden“ um die Selbstüberschätzung von Menschen, die privat oder auch professionell ihr/Ihr Geld in Aktien anlegen.

Behavioral Finance
Sie erinnern sich sicherlich an den Kognitionspsychologen Daniel Kahneman und das Modell der zwei Denksysteme (Verweis auf Episode 2). Kurzer Rückblick: In seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ erläutert Kahneman sein Modell, in dem er Gedanken in Denksystem 1 und Denksystem 2 einteilt: Bei Denksystem 1 handelt es sich um die Intuition, unser schnelles, emotionales Denken und Denksystem 2 umfasst die Ratio, unser langsames, logisches Denken. Über 90 Prozent unserer täglichen Entscheidungen gehen auf das unbewusste Denksystem 1 zurück. Was haben die unterschiedlichen Denkarten nun mit Finanzentscheidungen zu tun? Die Antwort darauf ist einfach: Insbesondere bei Finanzfragen ist es in der Regel sinnvoll, Denksystem 2 einzuschalten, also rationale Entscheidungen zu treffen. Im dritten Teil seines Buches befasst sich der Wirtschaftsnobelpreisträger in diesem Kontext auch mit der Selbstüberschätzung von Aktienanlegerinnen/-anlegern: In Bezug auf den Irrglauben, einen guten Riecher für Aktien zu haben, zeigt er ausführlich und empirisch nachvollziehbar auf, dass es so gut wie keine Korrelation zwischen Wissen/Kompetenz und Anlageerfolg gibt. Und dennoch halten sehr viele Amateure wie auch professionelle Anleger/-innen hartnäckig an der Überzeugung fest, dass sie den Markt schlagen können, obwohl es jeder Wirtschaftstheorie widerspricht. Diese Kompetenzillusion fußt darauf, dass viele Menschen Stock-Picking betreiben. Das heißt, sie kaufen Einzel-Werte und -Aktien und erbringen zum Teil dafür sehr hohe kognitive Leistungen. Aufgrund ihrer Erfahrung und Fähigkeiten, sich damit intensiv fachlich auseinandersetzen zu können, glauben sie dann auch an die Gültigkeit ihrer Überlegungen. Das ist falsch. Richtig ist, dass Börsen- und Wirtschaftsverlauf nicht prognostizierbar sind. Diese Erkenntnis stellt natürlich die gesamte Finanzindustrie infrage.

Meine Herangehensweise
Was bedeutet das nun für Ihre Finanzstrategie? Für mich ergeben sich aus diesen Überlegungen zwei Grundsätze für Ihre Geldanlage: Erstens ist es wichtig, dass Sie überhaupt in Aktien investieren, aber es ist nicht wirklich entscheidend, worin. Als strategische Vermögensberaterin rate ich von Einzelaktien für den strategischen Vermögensaufbau ab. Vielmehr haben Sie die Möglichkeit, sich über breit gestreute weltweite Investmentfonds – ohne Totalverlustrisiko – an der Wirtschaft zu beteiligen. Der zweite Grundsatz lautet, dass Sie niemals Ihr gesamtes Geld in den Aktienmarkt investieren, denn strategische Vermögensplanung bedeutet, dass auch immer eine Investitionsreserve vorhanden ist. Ich sehe meine Aufgabe gewohnt pragmatisch darin, für Sie als meine Kundinnen/Kunden in Denksystem 2 Wahrscheinlichkeiten zu optimieren. Denn natürlich weiß auch ich nicht, was passiert. Beim Aktieninvestment und in der strategischen Vermögensplanung im Allgemeinen geht es den meisten meiner Kundinnen/Kunden ohnehin nicht darum, Gewinn zu maximieren. Sie wünschen sich einen guten Zuwachs, so dass ihr Geld immer leicht etwas mehr wert ist, möchten dabei aber weiterhin ruhig schlafen. Und das ist dann auch die Zielsetzung in meiner individuellen Beratung.

Kurzum: Mein Wunsch ist es, Sie dabei zu unterstützen, Ihr Geld im Sinne Ihrer Lebensziele und -Wünsche bewusst aufzuteilen. Also melden Sie sich bei mir und bleiben Sie dran, gesund und dabei. Ich freue mich auf Sie.

Ihre UGT

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